• Spybaiting – effektiv auf „friedliche Räuber“

    Spybaiting heißt der neue Trend aus Japan, der auch in den USA beim Schwarzbarschfischen schon wie eine Bombe eingeschlagen hat und diversen Turnieranglern zum Sieg verhalf. SWAT-Kollege Rob hat schon einen ersten Bericht über diese Technik verfasst und konnte sogar eine Barschgranate jenseits der magischen 50er Marke auf Duo Realis Spinbait 80 fangen. Gute Vorraussetzungen für mich, dem Köder im schönen Hamburg auch eine Chance zu geben!

    Zu meinen meistbefischten Gewässern muss ich sagen, dass dort ein enormer Angeldruck herrscht, am Wochenende kreuzen dort mancherorts fast im Minutentakt die Köder etlicher Angler die Bahnen von Barsch, Rapfen, Zander und Co.. Meist handelt es sich dabei um stattliche Zandergummis, quirlige Barschsoftbaits und Crankbaits und Twitchbaits mittlerer Größe. Viele der Fische sind dementsprechend stark auf derartige Köder „trainiert“ und lehnen die bekannten Ködermuster oft ab. Eine recht unbekannte, neue Finessetechnik sollte mir gerade deshalb doch sicherlich zu guten Fängen verhelfen, dachte ich mir und setzte den Spinbait 80 genau dort ein, wo die meisten Fische schon alles gesehen haben, was die örtlichen Tackledealer hergeben.

    Mein erster Versuch mit dem Spybait Fische zu fangen, verlief direkt sehr vielversprechend! Beim Befischen eines stadtbekannten Spots für kleine und mittlere Rapfen fingen mein Mitangler und ich einige Rapfen auf kleine Gummiköder. Ein Rapfen nach dem anderen schnappte sich unsere kleinen Shads und wenn es auch keine großen Fische waren, so machte die Frequenz doch enormen Spaß. Leider ließ das große Beißen, typisch für Rapfen, plötzlich stark nach und kaum ein Fisch ließ sich mehr zum Biss überreden. Eine gute Zeit um zu einem völlig neuen Köder zu wechseln. Ich entschied mich für den Spinbait 80, überwarf den Spot um einige Meter, ließ den Köder absacken und kurbelte ihn langsam und stetig auf einer konstanten Tiefe ein. Kaum war mein Spinbait 80 in der vermuteten „Strike-Zone“ angekommen, kam unvermittelt ein knallharter Einschlag! Leider stellte sich schon nach kurzer Zeit herraus, dass es ein kleiner Rapfen war, der meinen Köder vehement genommen hatte, aber er bewies, dass der Spinbait 80 in der Lage ist, selbst dann noch Fische zu fangen, wenn das große Rauben nachlässt. Inzwischen habe ich viele Rapfen auf den „Wunderköder“ fangen können, die beweisen, dass seine Stärke ist, die Fische dann zu fangen, wenn sie eigentlich gar keine Lust haben, zu jagen. Interessanterweise wird der Köder selbst von kleinsten Rapfen extrem aggressiv attackiert, obwohl dieselben Fische sonst oft nur auf deutlich kleinere Köder reagieren.

    Während ein hektisch getwitchter Minnow oder ein laut rasselnder Crank zwar die Aggression und Raublust eines Raubfisches ansprechen, aber dennoch eine noch sehr lebhafte Beute suggerieren, scheint der Spinbait ein einzelner, unaufmerksamer Beutefisch zu sein, den man sich als kleinen Snack zwischendurch ohne großen Kraftaufwand genehmigen könne.

    Seit dem ersten Einsatz auf Rapfen habe ich viele schöne Fische auf den Spinbait 80 verhaften können und er scheint nicht nur Rapfen zu betören, sondern auch die oft extrem scheuen und vorsichtigen Alande, die wir meist nur auf extrem kleine Kunstköder oder sogar nur auf Naturköder fangen können, scheinen großen Gefallen an dem linearen Lauf und den feinen Druckwellen, die der Köder durch die Rotation der Propeller und das Kippeln entlang seiner Längsachse aussendet, zu finden!

    Gerade in schwierigen Situationen und bei stark beangelten, oder artbedingt vorsichtigen Fischen punktet das neue Konzept des Spybaitings also gewaltig! Ich kann nur jedem empfehlen, diesem Köder eine Chance zu geben, dass Hausgewässer zu rocken, wenn eigentlich nichts mehr geht!

    So langsam kehrt nun auch der Sommer in Hamburg ein und so sollte es nur eine Frage der Zeit sein, bis die ersten großen „weißen Räuber“ dem Spybaiting zum Opfer fallen! Man darf gespannt sein…

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