• Spybaiting - Die Ultra-Finesse-Technik für Hardbaits

    In Japan bedeutet Spybaiting „ technique of silent captor“ (Technik des leisen Fängers). Diese Finesse-Technik und die dazugehörigen Köder wurden in Japan am Biwa-See entwickelt, damals wurden kleine Propeller an den verschiedensten, sinkenden Hardbaits gebastelt, um bei langsamster Führung dem Köder noch etwas 'Aktion' zu verleihen. Rund zwei Jahre hüteten die japanischen Bass Pro's das Geheimnis dieser erfolgreichen, selbstgebauten Propellerbaits, bevor die Köderhersteller darauf aufmerksam wurden. DUO gehört zu den Pionieren dieser Technik und mit dem Spinbait brachte die japanische Köderschmiede den heute bekanntesten Bait zum spybaiten auf den Markt.

    Die fängigen Zutaten

    Die hochfrequente Vibration der rotierenden Propeller erregt die Aufmerksamkeit der Fische; das leichte Rollen (rolling action) und dadurch dezente Aufblitzen der Flanken sorgt für einen natürlichen Lauf, wie ruhig daher schwimmende Kleinfische. Es muss nicht immer das flüchtende Fischlein sein, das den Räuber zum Anbiss verleitet.

    So viel zur Theorie! Große japanische Schwarzbarsche kommen in unseren heimischen Gewässern eher weniger vor und der Lake Biwa ist auch nicht gerade um die Ecke. Den ersten Testversuch an unseren heimischen Gewässern musste ich meinem Sohn überlassen, er hatte sich den 'Schraubenbait' geschnappt und ich konnte mich mit den Rapfen an der Oberfläche beschäftigen. Nach einer theoretischen Kurzeinweisung wie man mit den Spinbaits zu fischen hat, setzte er es auch in die Tat um und lockte ein paar Zander bei brütender Mittagshitze ans Band. Naja, an dem Tag konnte ich meinen ersten Testversuch vergessen, mein Sohn gab den Bait grinsend nicht mehr her... .

    Testversuch die Zweite - diesmal allein

    Dieser Testversuch war auch nicht im Voraus geplant, sondern eher ein letzter Strohhalm. Ich hatte mir vorgenommen in diesem Winter/Frühjahr komplett auf Gufis/Shads zu verzichten und es stattdessen mit tieflaufenden Minnows & Co zu versuchen. Was an meinen Hausgewässern natürlich Schneidertage mit Ansage bedeutet, aber ich liebe nun mal Herausforderungen, denn einfach kann jeder. Nach gefühlten 1000 Tagen ohne Fisch kommt man schon mächtig ins Grübeln. Nach den nervenaufreibenden Schneidertagen ist einem eigentlich alles egal. Doch dann scheint einem eine höhere Macht den richtigen Köder in die Hand zu legen. Der besagte Köder war dann der Spinnbait 80. Es kostet schon Überwindung, ihn bis auf den Grund sinken zu lassen, wenn einem eine ausgedehnte Steinpackung ins Augen springt. Aber was soll's - wenn man so lange ohne Fisch bleibt sind einem die Köder die man eventuell verlieren könnte dann doch egal. Nach dem gefühlten 100sten Wurf waren die Skrupel verflogen; der Spinbait eierte langsam, knapp über Grund, seine Runden. Und dann kam die Sekunde, in der einem viel durch den Kopf schießt: hängt der Köder am Grund oder doch mal anschlagen??? Ich entschied mich für den zweiten Gedanken und was dann kam waren dumpfe Schläge in der Tiefe... ein guter Zander oder doch ein quer gehakter Brassen? Als der Kraftprotz an die Oberfläche kam, war der erste Gedanke: ein Karpfen,... mit roten Flossen? Nein, ein Barsch der Extraklasse! Ihr könnt euch kaum Vorstellen was da bei mir abfiel – die Schneidertage waren wie vedampt. Ich hatte nicht daran geglaubt, dass es klappt. Aber jetzt wird das Spybaiting mit dem Spinbait 80 auf jeden Fall des öfteren zelebriert.

    Was man noch beachten sollte

    Die richtige Geräteabstimmung beim Spybaiting ist hier essentiell. Da es sich um eine feine Finessetechnik handelt, sind dicke Angelschnüre tabu. Sie führen zu einem unerwünschten Auftreiben der austarierten Spinbaits. Sprich der Köder schwimmt in einer unnatürlichen Schieflage. Eine 0.8er geflochtene Hauptschnur und ein 22er Fluorocarbonvorfach reichen auch für dicke Barsche & Co. Das Gerät, eine feinfühlige Rute mit starkem Rückgrat und die Rollenbremse sollte der Schnurstärke, besser gesagt der Schnurtragkraft angepasst werden. Sonst gibt es Schnurbruch vom Feinsten, teurer Bait plus Personals Best weg und für den Fisch ist dieser Ausgang nicht gerade die beste Erfahrung – hoffentlich nicht auch seine letzte.

    Mein Spybaiting Tackle

    Rod: St. Croix AVID AVS70MLF 
    Line: Varivas Avani Seabass Premium PE + Nogales Dead or Alive Fluorocarbon 
    Bait: DUO Realis Spinbait 80

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