Ab in den Süden – Bass fishing auf Gran Canaria

1,020 Mal angesehen

Ab in den Süden – Bass fishing auf Gran Canaria

Ab in den Süden – Bass fishing auf Gran Canaria

Schwarzbarsche in den Bergen von Gran Canaria

Vom 14.10.11 bis zum 21.10.11 verbrachte ich eine Woche auf der wunderschönen Insel Gran Canaria und was ich dort erlebt habe, möchte ich euch nicht vorenthalten. Das Ziel war es Schwarzbarsche auf der Insel zu finden und natürlich auch an den Haken zu bekommen. Also das Tackle eingepackt, ab in den Flieger und los gehts!

Zur Vorgeschichte:

Im August diesen Jahres wurde ich doch recht spontan von meinen Großeltern eingeladen mit ihnen eine Woche Urlaub zu machen. Da sie schon seit nun mehr 16 Jahren immer das gleiche Ziel haben, war klar wo die Reise hingeht: Gran Canaria. Im Oktober sollte es losgehen. Oha, denn mal fix Urlaub eingereicht und erste Vorbereitungen getroffen…Moment war da nicht noch was? Ja klar, ich konnte mich daran erinnern das ein User des Forums dieses Jahr auch dort war und BASS GEFANGEN HAT! YEAHH! Daran hatte ich ja gar nicht mehr gedacht. Also los gings: schlau machen im Internet, PN’s schreiben,usw. Im Nachhinein muss ich sagen, dass die nicht mal zwei Monate viel zu knapp waren um genügend Informationen zu sammeln und die dafür benötigten Vorbereitungen zu treffen. Thema Lizenz: sehr undurchsichtig und nicht einfach zu bekommen, im Netz findet man wenig Informationen und wenn vorhanden dann meist widersprüchlich. Also was tun? Ich lass es drauf ankommen, war die Devise. Dazu muss ich allerdings sagen, sollte ich noch mal nen Trip auf die Insel machen, werde ich mir mit der Vorbereitung mehr Zeit nehmen und mir ne Lizenz besorgen, denn obwohl ich nicht einmal das Gefühl hatte etwas Falsches zu tun und mir mehrfach von Einheimischen gesagt wurde “das ich so etwas nicht brauche, ne Lizenz hat hier keiner”, dann doch auf der sicheren Seite bin. Zum Thema Guide: Auch hier bietet das www nicht genügend Auskünfte über die tatsächlichen Möglichkeiten die sich auf der Insel befinden. Wenn etwas zu finden war, dann über geführte Karpfentouren in den Stauseen(welche von Engländern betrieben werden und recht kostspielig sind) oder aber etliche Anbieter für die Hochseeangelei vom Kutter oder Kleinboot. Hmmh…egal, also auf eigene Faust. Durch Matze (finesse86) hab ich ein paar hilfreiche und nützliche Tipps zur Gewässerwahl, etc. bekommen und über Google Maps wurden schon die ein oder anderen potentiellen Bass-Ponds ausfindig gemacht. Zum Thema Tackle: Da ich zu dem Zeitpunkt nicht wirklich Lust hatte, für den Transport einteiliger Ruten im Flieger eine gewaltige Summe zu zahlen, beschloss ich mir Leihgerät zu besorgen. Eine kleine Travel-Spinning und ne passende Stationär-Rolle waren schnell organisiert(Dank an Peter und Jay) und schon war ich gewappnet um es mit den Bass aufzunehmen.

Was für ein toller Ausblick

Am 14.10. um 13: 10 Uhr ging der Flieger von Hannover in Richtung Las Palmas. Der Flug dauerte nur knapp 4 h 30 min. Als wir dort ankamen empfing uns ein traumhaftes Wetter und Temperaturen weit über 25°C . Von dem Moment an wusste ich: Das wird ein Hammer-Urlaub! Mit einem Shuttlebus ging es weiter zu den jeweiligen Hotels. Dazu muss ich sagen, dass die Busfahrer dort wirklich nicht ganz sauber sind, was ihren Fahrstil angeht. Die sind absolut nicht zimperlich, trotz der teilweise sehr engen, kurvigen Straßen. Während der Fahrt zum Hotel nach Playa Del Ingles konnte ich mir einen ersten Eindruck über die Landschaft und das Leben auf Gran Canaria verschaffen. Wüstenähnliche, kaum bewohnte Abschnitte wechselten sich mit bergiger Idylle und vielbewohnten und befahrenen Touristen-Hochburgen ab.

Am Hotel angekommen wurde dann erst einmal eingecheckt, Zimmer besichtigt und den Blick vom Balkon genossen. Traumhaft!
Den Rest des Tages beendeten wir mit einem guten Essen und ersten Besichtigungen in der Nähe. Dann hieß es pennen gehen, denn am folgenden Tag wollte ich mir einen Mietwagen besorgen und schon die ersten Spots anfahren. Ich war aufgeregt ohne Ende und konnte kaum ein Auge zu machen.

Die Berge Gran Canarias

Tag 1

Am Samstag also kam unser Reiseleiter schon recht früh zum Hotel und das war die Chance für mich ihn abzugreifen und gleich ein Auto bei ihm zu reservieren. Hierzu muss ich folgendes sagen: Autovermietungen gibt es auf Gran Canaria wie Sand am Meer und praktisch an jeder Straßenecke. Jedoch sollte man sich vorher etwas schlau machen und vergleichen und nicht bei jedem X-Beliebigen sein Auto mieten. Dort kann man nämlich regelrecht ganz schön in die Sch***e greifen. Vom total abgewrackten Kleinwagen, über kuriose Versicherungsvereinbarungen, bis hin zu versteckten Kosten, die aus dem Mietvertrag nicht ersichtlich sind. Also lieber ein paar Euros mehr ausgeben und über eine deutsche Autovermietung, zu deutschen Versicherungs- und Vertragsbedingungen einen Wagen mieten und man erlebt keine bösen Überraschungen im Urlaub.

Jetzt bloß nicht ausrtuschen

Gesagt, getan. Sofort griff er zum Handy und besorgte mir über eine Autovermittlung (welche in Zusammenarbeit mit dem deutschen Reiseunternehmen steht) einen schönen Kleinwagen für die nächsten drei Tage. Keine fünf Minuten später wurde ich von der Agentur vom Hotel mit dem Wagen abgeholt, ab zur Zentrale, Papiere fertig machen, bezahlen, fertig. Die ganze Prozedur dauerte nicht einmal zehn Minuten und war völlig komplikationsfrei. Kann ich jedem empfehlen. Vollgetankt ging es also erst einmal wieder Richtung Hotel. Nun war es soweit, heiß wie Frittenfett packte ich mein Equipment zusammen. Hab ich alles…ach egal, ICH WILL BASS HENGELN! Also rein ins Auto und ab zum vermeintlich ersten Bass Gewässer. Der Presa de Fataga sollte es werden. Nochmal ein Blick auf die Karte geworfen und rauf auf die Piste. Warum ich mir vorher so viele Gedanken über ein Navi gemacht habe kann ich mittlerweile nicht mehr verstehen. Alles ist wirklich sehr gut ausgeschildert und schnell ersichtlich, auch für einen recht orientierungslosen Typen wie ich es bin. Hat man sich schnell an die Fahrgewohnheiten der Einheimischen, Taxen und Bussen gewöhnt(drängeln, hupen und schön dicht auffahren) läuft alles andere wie von selbst. An dieser Stelle möchte ich euch allerdings noch mal etwas über die Straße nach Fataga erzählen: Wer ein kleiner Adrenalin-Junkie und ein bisschen geisteskrank ist und wer Bock hat auf Schweißausbrüche am laufenden Band, dem kann ich diese Straße ans Herz legen. Für alle Anderen: Lasst es sein. Die Fahrt war heftig. Man muss sich vor Augen führen, das man mitten in den Bergen umherkurvt, das heißt übel enge Straßen(wo niemals zwei Autos nebeneinander passen, wer baut so was?) mit satten Kurven, steilen Auf- und Abfahrten,etc. Mit jeder Menge Konzentration sollte dort gefahren werden, ansonsten geht’s mal locker 200 Meter abwärts! Als mir dann noch in einer schmalen, nicht einsichtigen Außenkurve ohne Begrenzung, ein Linienbus entgegenkam, war ich mehr als bedient. Die Aussicht die man dort genießen kann ist allerdings der blanke Wahnsinn, jedoch hat der Fahrer nicht allzu viel davon. Also kurz mal nen Stopp gemacht und paar Fotos geschossen!

Presa de Fataga

Endlich am besagten Stausee angekommen, machte sich schnell Ernüchterung breit. Der See hatte kaum noch Wasser intus und an ein Herankommen war auch nicht zu denken, ohne sich tausend Knochen zu brechen. Naja egal. Kurzes Foto fürs Album gemacht und zurück zum Auto.

Und jetzt? Also doch zum Pond, den Matze mir empfohlen hatte. Das bedeutete zurück auf die Selbstmörderstrecke, jedoch ging es nun recht zügig, denn ich wollte ja schließlich schnell zum Fischen. Die Straße zum zweiten Gewässer war wesentlich entspannter und nach relativ kurzer Zeit war ich auch schon dort. Na guck mal einer an, wenn das nicht geil ist.

Hot-Spots ohne Ende

Schnell wurde ein kurzer Überblick verschafft. Steine im Wasser, Einbuchtungen mit kleinen Unterwasserhöhlen und Cover soweit das Auge reicht: Das schreit ja förmlich nach Fisch! Bei brütender Hitze und strahlenden Sonnenschein wurde also fix die Ausrüstung fertig gemacht. Mit fast schon zittrigen Händen noch schnell ein Fluo- Vorfach an die geflochtene Hauptschnur geknotet und ich war startklar. Nur wo anfangen und womit? Ich entschied mich erst einmal für einen Sexy Impact in 5.8” den ich weightless anbieten wollte. Da wie gesagt die Sonne es sehr gut mit mir meinte, beschloss ich die ersten Würfe im Schatten der Staumauer zu machen. Also los ging es! Erster Wurf…..kurz angezupft…..Kurbelumdrehung…..War das ein Biss? Nee kann nicht sein!….Zupfer….. Doch BISS!!!..Angeschlagen und…..ins Leere! Häh? Nochmal…..wieder das gleiche Spiel…..Biss…Anschlag…Weg! Kann doch nicht angehen. Dieses Spektakel wiederholte sich dann einige Male. Also Fische waren dort, nur warum bleiben die nicht hängen? Ich wechselte den Köder und griff zum Sexy Impact der nun kleiner ausfiel, vielleicht war der erste ja doch einfach zu groß, dass die Bass ihn nicht richtig nehmen konnten? Doch wieder das Gleiche! Verdammt! Wollen die Viecher mich verar***en? Dann erinnerte ich mich daran mal gelesen zu haben, das man bei einem Bass-Biss erst kurze Zeit warten muss, um erst dann einen kräftigen Anhieb zu setzen. Desweiteren fielen mir die verrückten Japaner-Round-House-Kick-Terror-Anhiebe aus den viel gesehenen YouTube- Videos ein. Also was soll‘s, probieren wir es mal. Gesagt, getan. Wurf….Kurbelumdrehung….ja ein Biss….kurz warten…..und…….BÄM! JAWOLL DER SITZT!! Nach kurzen Drill hielt ich meinen ersten Schwarzbarsch in den Händen. Kein großer, aber ich war glücklich!

Mein erster Schwarzbarsch

Ein Foto geknipst und zurück ins Wasser. Der Anfang war gemacht. Mit dieser Methode fing ich nun auf mittlere Softjerks und Worms die ersten Fische. Die Größe ließ allerdings noch zu wünschen übrig.

Also Spot- und Köderwechsel. Ein paar Meter weiter probierte ich es nun knapp vorbei am dichten Cover mit kleinen Spinnerbaits den Bass auf die Pelle zu rücken. Was soll ich sagen…es lief wies Brezeln backen. Nahezu jeder Wurf war ein Treffer und etliche kleine Bass fielen auf diesen billigen Trick herein. Auch mittlere und bessere Fischen waren nun dabei welche ein bisschen mehr Radau gemacht und die ein oder andere Showeinlage in der Luft veranstaltet haben.

Ein geiles Gefühl. Zumal die Bass selbst in dieser Größe richtig gute Drills abgeliefert haben. Was für eine Energie. Da stinkt unser Flussbarsch zu Hause ganz schön ab und kann nicht wirklich mithalten. Ich probierte an dem Tag noch andere Lures wie Twitch- und Crankbaits, (ging gar nichts) Topwaterbaits (hier und da mal ne Attacke, aber nicht wirklich zufriedenstellend, da meist die Kleinen), Wacky- Rig (gute Bissfrequenz und paar Fische) und verschiedene Softbaits die ich weightless mitten ins Cover feuerte(brachte gut Fisch) um ein wenig was über die Tiefen und bevorzugten Köder der Schwarzbarsche herauszufinden. Jedoch brachte keine Methode soviel Erfolg wie das einfache Einkurbeln des Spinnerbaits plus Trailer! Unfassbar! Es war schon fast zu einfach.

Spinnerbait Bass an der Staumauer

Nach gut 20 gefangenen Bass beschloss ich den ersten Tag zu beenden und machte mich zufrieden auf dem Rückweg zum Hotel. Wer hätte gedacht das es gleich so gut klappt?!
Bei einem gemütlichen Essen und einem kalten Bier, genoss ich die Abendsonne und -stunden Gran Canarias und freute mich schon auf den nächsten Tag, denn es sollte gleich morgens wieder ans Wasser.

Tag 2

Viel zu früh, für meine Bedürfnisse, klingelte mich der Wecker aus den Federn. Wer ist schon so blöd und steht freiwillig im Urlaub um 6 Uhr auf? Egal, Kaffee hinter die Birne gekippt und rein ins Auto, schließlich war ich hier zum Bassen und nicht zum Durchratzen!
Da es am Vortag an dem Pond so super lief und ich in einer Woche keine Zeit für Experimente hatte, fuhr ich noch im Dunkeln wieder dort hin, um mein Glück zu versuchen. Dort angekommen, montierte ich in aller Ruhe, Rute, Rolle und neues Vorfach. Danach machte ich mich auf die Suche nach vermeintlichen Hotspots, welche auch schnell gefunden waren. Die Morgenstunden zeigten sich von ihrer besten Seite: Zum ersten mal konnte ich jagende und raubende Black Bass an der Oberfläche ausmachen. Die Fische waren aktiv, also nix wie ran an den Speck. Wieder waren es Köder wie Spinnerbaits und Softjerks in natürlichen Dekors, die den meisten Erfolg brachten. Schon nach den ersten Würfen konnte ich den ersten Schwarzbarsch des Tages landen. Es ging wie gestern klein los. Im Laufe des Morgens blieben etwa zehn Fische an den Ködern hängen und präsentierten sich kurz an Land für ein Fooshooting. Die Durschnittsgröße stieg leicht an und die Drills waren teilweise recht spektakulär und erfrischend.

Der Strand

Gegen Mittag war die Beißerei aber auch schon wieder vorbei. Es wurde brechend heiß und während es an der Küste bzw. am Strand immer etwas windiger zuging, herrschte in den Bergen, an den Stauseen absolute Windstille und nicht ein Lüftchen wehte. Die Hitze staute sich regelrecht dort und die Sonne ballerte erbarmungslos auf mich ein. Ich ging ein wie ne Rosine und fühlte mich wie im Treibhaus, weswegen ich beschloss den Angeltag zu beenden und am nächsten Morgen weiter zu machen. Im aufgeheizten Auto mit gefühlten 90°C ging es zurück ins Inland und ab in den Pool und ins Meer (ach übrigens Meer: die Wellen sind nicht ohne und für jeden Surfbegeisterten bestimmt genau das Richtige). Chillen war angesagt!

Tag 3

Bitte nicht füttern

Letzter Angeltag. Wieder klingelte der verdammte Wecker um Punkt 6 Uhr. Was hab ich ihn verflucht, naja egal, dafür wurde ich mit einem herrlichen Sonnenaufgang vom Balkon belohnt. Nach einem kurzen Frühstück machte ich mich auf zum Stausee der vergangenen Tage. Dort angekommen, wurde ein Schlachtplan aufgestellt: Heute muss der Deka raus!! Also wo und wie anfangen? Da ich mich bisher nur auf der einen Seite des Sees zu Fuß aufhielt, beschloss ich die gegenüberliegende Seite intensiver zu beangeln. Die Strukturen dort erforderten eine andere Herangehensweise als die Coverspots die ich bisher gefischt habe. Felsen über Felsen, mit steilen Hängen, kleinen Buchten und Unterwasserhöhlen veranlassten mich, es heute mit Jigs und Finesse Rigs zu probieren. Hier müssen doch die Dicken stehen? Ich montierte also einen größeren FSI am Offset- Jig und versuchte mein Glück an den ersten Hotspots. Am frühen Morgen, kam bereits der erste tierische Schaulustige vorbei um mir Gesellschaft zu leisten.

DEKA!

Kurzes Foto geknipst und weiter aufs Angeln konzentriert. Trotz der Unterstützung des gefiederten Gesellen, tat sich eine knappe Stunde lang rein gar nichts. Hmmh… doch falscher Köder? Nein, der wird schon Fisch bringen, also weitermachen. Ein erneuter Platzwechsel stand an. Eine vielversprechende kleine Einbuchtung sollte es werden. Ich stellte mich direkt vorne an die felsige Landzunge und warf das steinige Ufer an, welches rapide steil abfiel. Absinken lassen….Jig….absinken la..BISS!!! Anschlag….SITZT! Sofort merkte ich das dort ein ordentlicher Gegner am anderen Ende hing. Die kleine Tele-Rute verneigte sich ehrfürchtig und die Bremse bekam endlich auch mal ordentlich was zu tun. Dann der erste Sprung aus dem Wasser…. Holy Sh**!! Was für ein Brocken! Jetzt bloß nicht die Nerven verlieren, der muss raus! Langsam aber bestimmend drillte ich ihn zu mir ran. Wieder schoss er wütend aus dem Wasser und versuchte sich den lästigen Bait abzuschütteln. Jetzt bloß keinen Fehler machen! In einem günstigen Moment bekam ich ihn zu fassen und YEAHH ICH HAB IHN!! Vollgepackt mit Adrenalin und leicht zitternd brachte ich ihn an Land um den Fisch zu messen. Das Maßband zeigte 50cm und laut der Lip Grip- Waage ca. 4 ½ Pfund! NA ALSO, DEKA BABY! Ich war glücklich wie ein Kind zu Weihnachten. Kurz noch ein paar Fotos mit Selbstauslöser gemacht und dann durfte er auch wieder schwimmen gehen.

Bass

Danach gönnte ich mir erst einmal eine Zigarette um darauf klar zu kommen. Herrlich dieses Bassfischen. Nicht lang überlegen, weitermachen! Nochmals warf ich den Spot an und wieder rappelte es in der Rute. Kann ja wohl nicht angehen. Nach kurzem Drill konnte ich erneut einen kleineren, aber dennoch schönen Schwarzbarsch ablichten.
Na endlich wollten sie beißen. Nach einem nächsten Spotwechsel konnte ich wieder ein paar Fische landen. Der FSI schien heute der Erfolgsköder zu werden. Nahezu jeder Wurf brachte nun Biss, jedoch wollte nicht jeder Fisch hängen bleiben. Als ich erneut die herausragenden Äste eines genialen Spots anwarf, schlug ein Ruck durch die Rod, wie ich es selten erlebt habe. Allein weil ich mich so derbe erschrocken hab, konterte ich mit einem Mordsanhieb. Oha, wieder ein guter Fisch! Dieser machte sogar noch mehr Radau als der 50er!! Ich träumte schon von dem DEKA schlechthin als er jedoch das erste Mal an die Oberfläche kam konnte er sich den Bait abschütteln und verschwand in die Tiefe. F**K!! Das was ich noch von dem Fisch sehen konnte, ließ auf gute 50+ erahnen. Verdammt, naja egal, der Tag ist noch jung. In den nächsten Stunden wechselte ich auf T-Rig, mit verschieden Trailern, worauf etliche Schwarzbarsche Bock hatten und so konnte ich an diesem Tag ca. 25 Black Bass landen.

Eine von unzähligen Echsen

Am letzten Spot des Tages konnte ich sogar noch eine Wasserschildkröte ersichten, die sich in den Mittagsstunden ein kleines Sonnenbad gönnte. Desweiteren kreuzten in diesen drei Tagen haufenweise andere Reptilien, wie z.b. Eidechsen von bis zu 40cm meine Wege. Was für eine sensationelle Flora und Fauna. Geil.

Nach guten vier Stunden fischen beendete ich auch diesen Tag mit einem breiten Grinsen im Gesicht. Jedoch nicht vorher, um ein Video mit Fang auf Ansage zu drehen, was auch funktioniert hat. Ich traf noch einen heimischen Karpfenangler (der übrigens gut deutsch konnte) und unterhielt mich noch ein wenig über das Fischen an dem See. Der konnte gar nicht fassen das dort solche Schwarzbarsche drin sind und erzählte mir noch, das hier kaum auf Raubfisch geangelt wird, wenn dann nur Karpfen. Ich erklärte ihm die Führung der Softbaits mit den ich fischte und schenkte ihm zum Abschied noch einen Köder und dazugehörigen Offsethaken. Der freute sich riesig darüber, was mich auch glücklich machte. Zufrieden fuhr ich zurück zum Hotel und konnte mich entspannen. Ab jetzt hieß es endlich (richtig) Urlaub ;-)

Wo ist die Rute wenn man sie braucht?

Die restlichen Tage auf der Insel verbrachte ich im Kreise der Family um ein wenig Kultur zu erleben und einfach nur zu Gammeln und Relaxen. Wer sich ein wenig die Gegend rund um die Küste ansehen möchte den kann ich die kleine Hafenstadt Puerto de Mogan nahe legen. Eine traumhafte Kulisse mit maritimen Flair beeindruckt besonders. Das Wasser in den Häfen ist unfassbar klar und so konnte man die dortigen Meeräschen teilweise sogar füttern wie im Zoo.

Desweiteren ließ ich es mir nicht nehmen vor Ort, einen Tauchgang mit einem kleinen U-Boot zu starten, welches einige tolle Wracks ansteuerte und man schöne Fotos machen konnte.

Fazit:

Sowohl aus anglerischer, als auch aus kultureller Sicht, lohnt sich eine Reise auf diese Insel. Innerhalb einer Woche ist es gar nicht möglich alles dort zu entdecken und zu bestaunen. Allein die dortigen Klima- und Landschaftsverhältnisse sind atemberaubend und unvergleichlich. Auch das gute Essen und die allseits netten Leute sind besonders hervorzuheben. Ich fühlte mich dort rundum wohl. Zum Thema Basshengeln in den Stauseen sei gesagt: Es herrscht dort kein Angeldruck, wie ich es mir in anderen Bass-Gebieten Europas mittlerweile vorstellen könnte(Italien, spanisches Innenland, oder auch Frankreich). Da dort wirklich kaum auf die heimischen Raubfische geangelt wird, ist es ein Leichtes sie ans Band zu bekommen. Die geniale Kulisse und das super Wetter erfreuen einen selbst dann, wenn mal nichts beißen sollte.

Fakt ist vor allem aber eins: GRAN CANARIA, ICH KOMME WIEDER!!

Bericht und Bilder von Tim Bischoff aka “dirtbag!”




8 Kommentare zu “Ab in den Süden – Bass fishing auf Gran Canaria”

  1. Fopper sagt:

    Sehr schöner Bericht mit tollen Bildern und vielen Infos !
    Da bekommt man richtig Fernweh

  2. Dima sagt:

    Klasse Bericht auch die Bilder sind Top… .Nice Nice

  3. raubfischpolizei sagt:

    Glückwunsch zum dicken Bass beim ersten Angriff! Cool, wenn so ein Plan gleich funktioniert. :)

    Der Bericht hat sich super gelesen. Vielen Dank dafür!

  4. larses sagt:

    Einfach Geil. Danke für den Bericht und die schönen Fotos!

  5. Finesse86 sagt:

    Jo Tim schöner Bericht,kommt mir alles sehr bekannt vor.Man ey wird am liebsten gleich wieder hin….

    Gruß Matze

  6. Petermännchen sagt:

    Nicht schlecht mein Sohn… =)

  7. Woody sagt:

    Sauber Tim! Schöne Fische und toller Bericht! Danke dafür!

  8. Pinguin sagt:

    Glückwunsch zum DEKA. Der Neidfaktor auf solch einen Trip ist schon hoch…

Schreibe deinen Kommentar