Ab jetzt geht’s den Bach herunter

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Ab jetzt geht’s den Bach herunter

Ab jetzt geht’s den Bach herunter

Wir schreiben den 16. März 2011, endlich ist die Forellenschonzeit an dem hiesigen Bach wieder vorbei und praktischerweise habe ich auch noch ein paar Tage Zeit.

Die Vorfreude ist dieses Mal ganz besonders groß, da es mir gelungen ist eine Erlaubnis vom Pächter einer zirka drei Kilometer langen Privatstrecke einzuholen, in der offiziell seit fünf Jahren kein Angler mehr zugegen gewesen ist.

Da das Angeln zu zweit generell mehr Freude bereitet und Chris gerade ebenfalls ein bisschen Zeit abzwacken kann, habe ich ihn zu dem heutigen Trip, der quasi seine Forellenbachpremiere darstellt, eingeladen. Um ca. 10.30 Uhr schlägt Chris dann bei mir auf und bringt neben seinem Gerödel auch noch was zu futtern mit. “Das passt ja wunderbar”, denke ich mir, denn ich habe bis dato weder etwas gegessen, noch findet sich ein Happen in unserem Haus.

schöne Bafo Mitte 30

Dann geht’s auch schon auf zum Bach. Dort angekommen wird erst ein Mal die Taktik besprochen. Im Frühjahr stehen die Forellen nicht immer zwangsläufig auf die Spots konzentriert und zudem kennen wir beide den Gewässerabschnitt nicht, also wollen wir die Strecke ein Mal komplett abfischen. Dazu eignen sich am besten schlanke Minnows zwischen 6-10 cm, die einen strömungsstabilen Lauf und eine geringe Lauftiefe aufweisen. Gut ist es außerdem Floater einzusetzen, da man an manchen Stellen kaum Werfen kann und man die Hardbaits so einfach bis kurz hinter den vermuteten Einstand abtreiben lassen kann, bevor man sie dann einzukurbeln beginnt. Generell stehen die Forellen eher auf einen ruhigen Lauf ohne großartige Animation. Nach einem Fehlbiss kann man sie dann aber mit ein paar aggressiveren Twitchs oft doch noch zur erneuten Attacke bewegen. Manchmal sind Schockfarben das einzige Mittel zum Erfolg zu kommen, meist eignen sich aber natürliche Farben, gerne auch Forellenimitationen, sehr gut.

An tieferen Gumpen empfiehlt es sich zudem immer eine Auswahl an Gummis dabei zu haben. Hier setze ich im Gegensatz zu den Hardbaits eher auf kleinformatiges im 2-3 inch Bereich, da Forellen oft nur am Schwanz des Lures nagen und bei kleinen Gummis die Chance auf einen erfolgreichen Anhieb steigt. Die Verwendung von Einzelhaken ist anzuraten bzw. bei Drillingen sollte man auf jeden Fall die Widerhaken entfernen. Der Tag heute dient vor allem auch dazu die Strecke und deren Eigenheiten kennen zu lernen. Besonders gut geht das, wenn man sich mit der Wathose im Gewässer bewegt und so die Tiefe quasi hautnah mitbekommt, denn es ist nicht immer leicht diese, auch bei sehr klarem Wasser, mit dem Auge einzuschätzen.

herrlich gezeichnete Forelle auf 60er RipRizer

Das Gewässer ist im Schnitt drei Meter breit und knietief, schnelle Bereiche wechseln sich mit fast stehenden Abschnitten ab, der Grund ist meist sandig oder steinig und die Umgebung variiert zwischen urban und naturnah. Da man an vielen Stellen nicht zeitgleich zu zweit fischen kann, geht immer einer vor und fischt solange bis er einen Flossenträger am Haken hat, danach wird dann gewechselt. Hat einer einen Hänger oder Dreck am Haken, springt der andere schnell ein, wenn die Stelle noch heiß ist. Da das Gewässer von Abschnitt zu Abschnitt sehr unterschiedlich ist, was die Fischdichte und Größe anbelangt, wusste ich also im Vorhinein überhaupt nicht was uns erwarten würde, nur in einer Sache war ich mir sicher, weder ich noch Chris würden als Schneider nach Hause gehen.

auch Chris hat seinen Spaß

Dann geht es auch schon ab in die Fluten. Chris vertraut auf seine Evergreen Dagger mit einer gelben Pixilla, ich hingegen wähle eine Evergreen Firangi gepaart mit einer Stella 2500 FB. Schon die ersten paar Würfe zeigen, dass in dem Abschnitt durchaus Fische vorhanden sind, denn nach wenigen Minuten zappeln die ersten Forellen an der Rute. Jede Forelle ist schöner als die andere. Die roten und schwarzen Punkte in Kombination mit dem meist gelblichen Bauch und den weiß, rot gesäumten Flossen sind einfach eine Augenweide, an der man sich kaum satt sehen kann. Um uns herum erwacht die Natur aus ihrem Dornröschenschlaf und beginnt zu ergrünen. Wäre da nicht der allgegenwärtige Lärm der in der Nähe befindlichen Straße zu vernehmen, könnte man meinen, man würde sich Paradies befinden. Die Durchschnittsgröße der Forellen liegt bei Ende 20 cm und ist damit für den sich ausschließlich natürlich reproduzierenden Bestand ganz annehmlich, leider bleiben die wirklich guten Fische erst ein Mal aus. An einer etwas breiteren Stelle vor einem Wehr scheinen die Fische gestapelt zu stehen, neben Hardbaits fangen hier auch kleine Gummis sowie Spinnerbaits und wir haben sogar den ein oder anderen Doppeldrill. Kurz darauf stehe ich dann in einer Rausche und fange eine Forelle während Chris mich filmt. Die Anwohner schauen schon neugierig aus dem Fenster und wir werden von einem Passanten nach unserer Angelerlaubnis gefragt. Kaum ist die Situation geklärt, drehe ich mich herum und fange beim ersten Wurf die nächste Forelle, einfach genial.

was guckst du?

Nachdem wir ca. 4 Stunden unterwegs waren und jeder seine Forellen gefangen hat, knurrt uns dann doch der Magen und wir beschließen eine Mittagspause einzulegen. Nach gelungener Stärkung beginnen wir von Neuem und schon der erste Wurf ist wieder ein Treffer, so langsam wird es unheimlich. Gegen Abend nimmt die Beißwut dann allerdings rapide ab. Kurz bevor wir den Angeltag beenden wird es dann doch noch ein Mal spannend, als Chris und ich nebeneinander im Bach watend plötzlich gleichzeitig einen halben Meter in einen Gumpen fallen, da wir kaum noch etwas sehen. Wäre das Loch ein wenig tiefer gewesen, hätten unsere Kameras wohl ein Bad genommen.

Fazit:
Es war ein wirklich schöner Tag und wir haben gut gefangen. Leider konnten wir keinen der guten Fische überlisten, denn bei Ende 30 cm war dieses Mal schon Schluss. Die Strecke hat aber auf jeden Fall das Potential für deutlich bessere Forellen, vermutlich waren diese aber einfach nicht in Beißlaune an diesem Tag. Denn die großen Forellen, das konnte ich schon des Öfteren feststellen, ticken einfach anders als ihre kleinen Artgenossen. Ich bin gespannt was die Zukunft an diesem Abschnitt noch bringen wird und freue mich jetzt schon wieder auf den nächsten Besuch. Auf jeden Fall hat sich mal wieder eindrucksvoll gezeigt was auch schon Jan Eggers seit Ewigkeiten postuliert: „Fische gedeihen dort am besten, wo man sie in Ruhe lässt.“




9 Kommentare zu “Ab jetzt geht’s den Bach herunter”

  1. Eclipse sagt:

    Spass hats gemacht! Danke für den schönen Bericht.

  2. Lasse sagt:

    Cooler Berciht!
    Auch das Video ist gelungen!

    Das ganze motiviert mich dazu nochma bei mir am bach
    vorbei zu schauen und zu gucken, ob dieser Forellen beherbergt..

  3. Heiko sagt:

    Schön gemacht Jungs! :-)

    Schön zu sehen, dass es in unserer Region doch noch Intakte Seen/Bäche/Flüsse gibt ! :-)

    Freu mich schon drauf Killian ! :P

  4. Dima sagt:

    WIederum sehr schöner Bericht und gelungenes Video.!!

    Das Regt doch zu einem besuch in den Örtlichen Bach/ Flussläufen an , sehr n1 Jungs!!

  5. Eclipse sagt:

    Kilian aka Stinkefingermann :)

  6. Schniedel sagt:

    Ein vergeblicher Versuch, den elendigen Paparazo los zu werden ;).

  7. Eclipse sagt:

    Kilian aka der Stinkefingermann mit Starallüren :)

  8. Schniedel sagt:

    Jetzt werd nicht frech kleiner ;).
    Haste fein geschnippelt!

  9. Eclipse sagt:

    Ich und frech? Frech sein liegt mir fern mein Freund! :)

    Du hast die Haare schön :D

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