Eine neue Art der Köderpräsentation – das Neko Rig
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Eine neue Art der Köderpräsentation – das Neko Rig
Wacky up side down!
Softbaits in den verschiedensten Formen sind aus den Köderboxen eines anspruchsvollen Sportfischers kaum mehr wegzudenken. Die unterschiedlichen Köderformen und Farben halten für jede Situation etwas bereit. Ich wage zu behaupten, dass die meistens Gummiköder in Deutschland am klassischen Jigkopf angeboten werden, wenngleich auch andere Methoden, wie das Carolina- und Texasrig mittlerweile schon viele Anhänger gefunden hat.
Auch eine spezielle Anköderung, nämlich wacky – also quer – hat der ein oder andere schon getestet und sicher auch gute Erfolge damit gehabt. Heute möchte ich eine neuartige und spezielle Methode des Wacky-Rigs zeigen, welche nicht nur toll aussieht, sondern auch überaus erfolgreich ist.
Das klassische Wacky Rig
Zum besseren Verständnis und hinsichtlich dessen, dass das Wacky Rig vielleicht noch nicht jeder ausprobiert hat, möchte ich zu Beginn zunächst auf die klassische Wacky Montage und deren Vorteile eingehen.
Der grundlegende Unterschied zu anderen Methoden zeigt sich in der Position des Hakens. Beim Wacky Rig wird der Softbait nicht im Bereich der Nase von vorne angeködert, sondern seitlich am Körper. Die Idee dahinter ist eine waagerechte Präsentation des Köders, welcher sich möglichst natürlich und lange im Sichtfeld des Räubers bewegen soll. Klassische Köder hierfür sind Köder mit einer schlanken Form, wie etwa Worms oder Shads. Ein Köder, der diese Methode extrem geprägt hat ist der Senko von Yamamoto, welcher noch heute zu einem der erfolgreichsten und vielseitigsten Köder zählt, die sicherlich ihre Fische fangen. Die Enden des Köders flattern beim Absinken nicht nur verführerisch und auf eine sehr realistische Weise, sondern erzeugen dadurch auch reizvolle Druckwellen. Diese Finessemethode eignet sich vor allem für das gezielte befischen eines Spots, wenn man einen Standplatz ausgemacht hat. Die Absinkgeschwindigkeit lässt sich auf verschiedene Arten variieren. So kann man zum Beispiel einen spezielle Wacky Jighead dafür nutzen oder ein Split Shot Weight auf die Hauptschnur ziehen.
Das Neko Rig
Wie beim klassischen Wacky Rig wird beim Neko Rig der Haken nicht am Kopf, sondern an der Seite des Köders angebracht. Hierbei sind der Kreativität des Anglers kaum Grenzen gesetzt und man entdeckt immer wieder völlig neue Möglichkeiten einen Sofbait anders zu präsentieren. Der wesentliche Unterschied der Montage liegt darin, dass der Softbait zusätzlich an der Kopfseite bzw. am Körperende bei Krebsimitationen mit einem Gewicht versehen wird, welches den Köder nicht waagerecht sondern senkrecht absinken lässt. Die Absinkphase wird durch den geringeren Wasserwiderstand bei gleichem Ködergewicht entsprechend schneller und so kommt der Köder schnell an seinen Einsatzort – in Grundnähe. Wahrend des Absinkens erkennt man aber dennoch eine schwingende Bewegung bei den schlanken Ködern. Dort angekommen steht der Softbait mit der unbeschwerten Seite nahezu senkrecht in Richung der Wasseroberfläche und ist somit gut für den Räuber sichtbar. Das Gewicht am Kopf bzw. Hinterteil des Köders und der Haken in der Mitte des Köders ermöglichen den Köder die ganze Zeit in dieser Position zu halten, ohne dass er zur Seite kippt. Somit kann der Angler den Köder quasi dauerhaft am Hotspot platzieren. Beginnt man den Köder durch heben der Rutenspitze vom Grund anzuheben erzeugt der Köder extreme Vibrationen durch die beiden frei beweglichen Enden und den großen Wasserwiderstand.
Führen lässt dich das Neko Rig sehr variantenreich. Nach dem auswerfen lasse ich den Köder an gespannter Schnur zum vermuteten Hotspot sinken oder überwerfe diesen ein wenig, um ihn dann durch den Spot zu führen. Dort angekommen lasse ich ihn erst einmal kurz stehen und verleihe dem Köder im Anschluss immer durch leichtes Shaken Aktion. Falls sich nichts tut hebe ich den Köder durch heben der Rute vom Grund ab, um ihn dann einige Meter weiter wieder stehen zu lassen und zu shaken. Gerade in der kalten Jahreszeit ist diese langsame Präsentation sehr sinnvoll. In der wärmeren Jahreszeit kann man mit dem Neko Rig auch mal stark über die Rolle beschleunigen. Dadurch gerät der Köder auch ins Mittelwasser und man spürt dabei deutlich die Vibrationen des Köders. Die Bisse kommen in dieser Phase meistens knallhart. Danach wieder Absinken lassen und weiter geht es.
Der Wacky Haken wird etwa am Ende des ersten Drittels des Köders platziert und zwar so, dass die Hakenspitze in Richtung Schwanzende des Köders zeigt. Diese Montage bietet Hindernissen wenig Angriffsfläche und somit wenig Hänger. Speziell für verkrautete Bereiche und dem Einsatz im Cover empfehlen sich Wacky Haken mit Krautschutz, wie die Moskitos von Nogales.
Die Absinkphase des Köders wir zum einen von dessen Volumen bestimmt, welche aber wesentlich durch das hinzugefügte Gewicht am Köder beeinflusst werden kann. Es gibt zwei verschiedene Möglichkeiten dem Köder für diese Methode zusätzliches Gewicht zu verpassen.
Das Neko Rig mit Insert-Weight
Gerade für die Präsentation an flachen Stellen oder in flachen Gewässern eignen sich spezielle Insert-Weights, welche direkt im Inneren des Köders platziert werden können. Viele verschiedene Hersteller haben solche Gewichte mittlerweile im Programm und es gibt sie aus Blei und aus Tungsten (Wolfram). Letzteres hat den Vorteil, dass es bei gleichem Gewicht ein viel geringeres Volumen hat und dadurch gerade bei schlanken Ködern punktet. Blei nimmt im Vergleich zu Tungsten also mehr Platz im Köder ein und kann die Aktion und die Haltbarkeit des Softbaits beeinflussen. Diese Insert-Weights gibt es zudem nur in leichten Gewichten und irgendwann ist auch Schluss mit Platz in dem Softbait.
Das Neko Rig mit Added-Weight
Für die Präsentation in tieferem Wasser wird daher das Gewicht nicht mehr im Köder, sondern am Kopf bzw. Körperende des Softbaits platziert. Nogales hat hierfür spezielle Spiralen entwickelt, welche sehr gut im Köder halten und die Möglichkeit bieten ein beliebiges Gewicht an den Köder zu hängen, ohne dass dieser an Spielraum einbüßen muss. Die Öse eines Down-Shot Gewichtes wird einfach etwas aufgebogen und auf die Spirale gefädelt. Im Anschluss schraubt man die Spirale an die entsprechende Stelle des Köders. Der Haken wird wie gewohnt etwa am Ende des ersten Drittels des Softbaits platziert und schon kann es losgehen. Gerade durch die Verwendung von Gewichten ab drei Gramm ergeben sich ganz neue Möglichkeiten. Das Gewicht reicht aus, um den Köder sicher an der Stelle zu halten und ihn zu animieren, ohne die Position zu verändern. Des Weiteren lassen sich die schweren Neko Rigs auch besser im Kraut einsetzen, da sie über genug Gewicht verfügen, um den Bewuchs zu durchdringen und den Grund zu erreichen. Ein weiterer Vorteil ergibt sich bei der Nutzung von mehr Gewicht dadurch, dass man schneller und aggressiver die Position des Rigs am Grund verändern kann ohne sehr lange Absinkphasen zu haben. Letztlich entscheidet also die Tiefe und die Laune der Fische, welche Präsentation am sinnvollsten ist.
Nützliche Helferlein
Das Gewicht des beschwerten Köders, welches bei jedem Wurf und während der Führung an der Einstichstelle des Hakens zieht lässt das Gummi an der Stelle natürlich entsprechend Schnell ermüden. Lange behalf man sich mit O-Ringen, an denen man den Haken befestigte ohne das Gummi zu durchstechen. Eine wirklich innovative und haltbare Lösung bietet nun Nogales mit dem Nekorig Master. Diese Spirale verfügt an einer Seite über ein relativ hartes Gummimaterial, welches den Haken sicher hält und einfach in den Softbait geschraubt werden kann, um diesem maximalen Spielraum zu ermöglichen. Gleichzeitig wird das Gummi nicht so stark in Mitleidenschaft gezogen. Man führt zunächst den gewünschten Haken durch das Gummi und schraubt anschließend die Spirale an der gewünschten Stelle in das Gummi, wo sie am Anschluss auch sicher mit dem Haken sitzt. Dieses Helferlein gibt es in verschiedenen Größen und Farben. Die passende Größe ermittelt man durch den vorhandenen Platz im Köder. Ein dünner Köder braucht eine kleinere Größe, weil die Spirale sonst nicht richtig im Gummi greifen kann und an der Rückseite wieder austritt. Die unterschiedlichen Farben sollen den Räuber zusätzlich reizen, aber um ehrlich zu sein konnte ich noch keinen Unterschied feststellen.
Da sich an den Gummiköpfen des Nogales Nekorig Master allerdings keine Gewichte befestigen lassen, hat Nogales auch Spiralen in verschiedenen Größen im Angebot: Die Nekopunch Nekorig Sinker Stopper, welche perfekt dazu geeignet sind das Gewicht am Köder zu fixieren. Durch die Verwendung dieser Spiralen ist es außerdem möglich das Gewicht schnell zu verändern und so auf verschiedene Situationen reagieren zu können.
Ein kleiner Tipp am Rande: Die Spiralen lassen sich auch hervorragend zum tunen anderer Softbaits einsetzen. So verwende ich sie zum Beispiel, um Spinnerbait-Blätter an Softswimbaits zu hängen, um den Räuber zusätzlich zu reizen.
Der passende Neko Rig Köder
Am Besten funktioniert das Neko Rig mit auftreibenden Softbaits, da diese auch ohne die Schnur auf Spannung zu halten reizvoll in die Höhe stehen. Generell lassen sich aber fast alle Softbaits am Neko Rig anbieten, denn die Balance ist nicht so ausschlaggebend, wie beim klassischen Wacky Rig. Vor allem eignen sich aber auch hier Finesseköder, welche eine schlanke Körperform bewährt. Zusätzlich dazu eignet sich die Methode auch hervorragend für Krebsimitationen, die sich am Neko Rig toll animieren lassen. Klassische Shads finde ich am Neko Rig eher ungeeignet und ich hatte auch noch keinen Fischkontakt damit.
Das optimale Setup
Als passende Ruten lassen sich die Ruten einsetzen, mit denen man auch andere Finessemethoden abdeckt. Je nach Ködergröße und verwendetem Gewicht würde ich zu einer schnellen Spinnrute der L oder ML Klasse raten, welche mindestens 6’4″ lang und sehr sensibel ist. Die spitze sollte nicht bretthart sein, sodass man den Köder unter Wasser schön shaken kann, ohne den Grundkontakt zu verlieren.
Als Schnur empfiehlt sich ein dünnes Fluorocarbon zwischen 4lb und 8lb oder ein dünnes Geflecht mit entsprechend langem Fluorocarbon Vorfach. Gerade beim Angeln mit Krebsimitationen knallt auch immer mal der ein oder andere Hecht auf den Köder, sodass es bei Hechtgefahr Sinn macht zumindest ein dickes Fluorocarbon oder gar ein dünnes Titan Vorfach vorzuschalten.
Ich hoffe euch einen Einblick in diese neue Methode gegeben zu haben und wünsche euch viel Erfolg beim ausprobieren.
8 Kommentare zu “Eine neue Art der Köderpräsentation – das Neko Rig”
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Super Bericht! Genau so ein Rig hätte ich letzte Saison in der einen oder anderen Situation gut brauchen können.
Welche Größen hast du denn bei den Neko Rig Master und Punch verwendet?
Hey Padavan!
Das kommt ganz auf die größe des Baits an. Beim Kincoo wird M vom Durchmesser her schon knapp, was Nekopunch angeht.
Hier gibt’s ne 1zu1 Abbildung:
http://www.swat-fishing.de/media/catalog/product/cache/1/image/5e06319eda06f020e43594a9c230972d/i/m/img_noga_necorig01.jpg
Hey Chris,
toller Bericht – da hast Dir ja richtig Mühe gegeben!
Gruss
Börnie
Ich mag das Rig nicht besonders.
Ich halte es für absolut Cover ungeeignet. Der Mosquito hält meiner Erfahrung nach nur leichtes Pflanzenzeug vom Haken fern.
Der Nekopunch kommt auch bei felsigen Untergrund oder in der Steinschüttung schnell an seine Grenzen. Bei einem Hänger (die Form des Gewichts ist sehr hängeranfällig) hat man nicht viel Spielraum zum Lösen und so zerreist man den Bait schnell oder zieht eine der beiden Spiralen aus dem Köder.
Nichts für meine Gewässer…
Hab doch auch gar nicht geschrieben, dass das Rig der ultimative Coverbreaker ist :) Dafür gibt es sicher bessere Möglichkeiten. Dennoch lässt sich das Rig gut in Krautlücken und leichtem Cover einsetzen.
Sehr ausfürlicher Bericht, für den klassischen Baggersee mit Sandgrund sicherlich mal ne Alternative, muss mal getestet werden ;)
muss das unbedingt mal testen! wofür ist denn der dünne metallfaden am haken?
Hi Micha – der Draht schützt den Haken vor Kraut. Kann einfach an der Hakenspitze eingehängt werden. Funzt wunderbar!